Wie im Beitrag „In Gold investieren: ETCs vs. Physisches Gold“ angekündigt, habe ich mich in den letzten Wochen etwas näher mit dem Thema Gold auseinandergesetzt und die im Beitrag erwähnte Nachdenkpause eingelegt. Diese ist nun vorbei und eine Entscheidung wurde getroffen. Wie diese ausfällt und was es für das Long Run Value Portfolio bedeutet, teile ich mit euch in diesem Beitrag.

Wie ich bisher in Gold investiert war, beschrieb ich bereits ausführlich im Beitrag „Meine ETFs Teil 6 (Gold)„. Wer mehr Informationen dazu will, sollte sich den Beitrag dazu durchlesen. An dieser Stelle ist mir allerdings wichtig zu erwähnen, dass es sich bei dem beschriebenen Gold ETC um ein Finanzkonstrukt handelt, dass den Goldpreis nachbildet. Laut dem Anbieter (iShares / Blackrock) ist das Gold auch physisch in deren Tresoren vorhanden. Das ändert jedoch nichts daran, dass man im Falle einer (aktuell sehr unwahrscheinlichen) Insolvenz von Blackrock als Gläubiger zum Handkuss kommt, da es sich bei dem Finanzkonstrukt um Schuldverschreibungen handelt. Und wie wir alle wissen, werden Gläubiger im Falle eines Zahlungsausfalls, wenn überhaupt, nur mit einer Quote bedient. Im Klartext bedeutet das: Fällt Blackrock aus, ist mein Gold-Investment mit ziemlicher Sicherheit weniger wert, wenn nicht sogar wertlos. Außerdem können sich die Verfahren, bis man dann wirklich ein Geld sieht, sehr in die Länge ziehen. Gerade bei Gold, das sich als Anker in schweren Krisen einen Namen gemacht hat, ist Katastrophensicherheit noch einmal eine Spur wichtiger, als bei allen anderen Anlageklassen. Wenn in der Finanzindustrie der Hut brennt (wie beispielsweise 2008), dann sind Schuldverschreibungen, auch wenn sie von Blackrock sind, eher mehr Risiko als Stabilitätsanker. Daher habe ich mich entschieden, mich von diesem ETC zu trennen. So viel mal zu meinen Gedanken. Jetzt die bisherige Performance:
Seit ca. Mitte 2022 bespare ich den angesprochenen Gold ETC. Und dieser hat sich seither prächtig entwickelt. Damals kostete ein Anteil rund 34€. Mit Stand 18.03.2025 waren es 53,67€, was einem Plus von knapp 58% entspricht. Aufgrund der phänomenalen Rendite freut sich auch der Finanzminister über eine üppige Kapitalertragssteuer.

Wie geht es jetzt aber weiter? Nach dem Verkauf wird das Geld in physisches Gold gesteckt. Konkret in Wiener Philharmoniker. Wie viele das sind und wie ich das mit der Lagerung mache, ist natürlich streng geheim. Aber bezüglich Lagerung findet sich ein Hinweis im am Anfang verlinkten Beitrag. Unter meinem Kopfpolster sind die Münzen jedenfalls nicht 😉
Das mit der Lagerung kostet zwar etwas, dafür haben die Münzen auch im Falle der kompletten Eskalation am Kapitalmarkt einen Wert. Auch steuerlich ist es wesentlich attraktiver, da auf den Gewinn, keine Steuer bezahlt werden muss, wenn die Münzen mindestens 1 Jahr gehalten werden.
Die oben angesprochene Eskalation ist seit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden, was natürlich auch meine Entscheidung beeinflusst hat. Ich hoffe jedoch, zum Wohle von uns allen, dass eine totale Eskalation niemals Realität wird. Leider sind wir aber auf dem besten Weg dorthin.
Haftungsausschluss: Long Run Value betreibt keinerlei Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung und spricht keine Handlungsempfehlungen aus. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

2 Gedanken zu “Änderung beim Gold-Investment”