In der heutigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden erstmals seit Jahren die Zinsen gestutzt. Konkret bedeutet das eine Senkung um 0,25 % auf nunmehr 3,75 % Einlagenzins und das hat durchaus Auswirkungen auf mein Portfolio, die ich in diesem kurzen Beitrag mit euch teilen werde.

Was ändert sich für mich?
Meine Investitionsreserve (20 % vom Gesamtportfolio) besteht aktuell aus Gold und zum Großteil aus Cash. Und Bares liegt natürlich nicht unter meinem Kopfpolster, sondern auf dem Tagesgeldkonto bei meinem Broker des Vertrauens Trade Republic, der bis jetzt 4 % p.a. an Zinsen gezahlt hat. Also genau den Einlagenzinssatz der EZB. Damit ist es nun vorbei und ab 12. Juni senkt Trade Republic diesen Zins auf 3,75 % und ist damit immer noch deutlich über den besten Angeboten in Österreich (siehe Abbildung unten). Von den Hausbanken schreibe ich hier gar nicht, denn die bekommen von mir schon lange kein Geld mehr.

Na ja, ganz ohne Seitenhieb auf eine Hausbank geht es doch nicht: Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich bietet einen Basiszinssatz von 0,010 % + einen Premiumzinssatz von 1,990 %, was in Summe 2,000 % p.a. ergibt. Sie wissen einfach, wie man Geld verdient und viel zu viele Leute nehmen das einfach so hin.
Da ist Trade Republic um einiges fairer und mit den 3,75 % wird sich die Rendite der Investitionsreserve etwas einbremsen, vorausgesetzt Gold setzt nicht zu einem weiteren Ausbruch nach oben an.
Wie wird es weitergehen? Meine Überlegungen
Wie es weitergeht, weiß natürlich niemand zu 100%, aber weitere Zinssenkungen sind doch zu erwarten und ich beschäftige mich schon mit möglichen Alternativen, die da lauten:
- kurzfristiger (1 Monat) Bundesschatz der Republik Österreich, welcher keine Gebühren hat.
- Euro Geldmarktfonds ETF
- kurzfristiger Euro Staatsanleihen ETF
Das Problem an den Alternativen ist, dass sie sich ihre Rendite auch mit dem Leitzins mitbewegen. Daher gibt es vorerst diese Entscheidung:
Ich bleibe mit dem Großteil der Investitionsreserve in Cash bei Trade Republic, solange die nicht auf die Idee kommen, mit den Tagesgeldkonten Geld zu verdienen (so wie fast alle anderen Banken auch). Der Broker entwickelt sich aber immer mehr zu einer vollwertigen Bank, was früher oder später dazu führen wird, dass sie auch beim Tagesgeldgeschäft irgendwann hinlangen werden. Vielleicht bricht auch der Aktienmarkt brutal ein und dann ist die Frage „Wohin mit dem Cash“ ohnehin beantwortet mit: „All in am Aktienmarkt“. Schließlich gibt es dann die Weltwirtschaft im Abverkauf und wer kauft nicht gern zu günstigen Preisen 😉
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