Aufgrund eines im Standard erschienen Artikels, den ich euch hier verlinkt habe, möchte ich euch in diesem Beitrag meine Meinung zu den Money Mindset Predigern und sonstige „Wie werde ich schnell reich?“-Propaganda mitteilen. Es macht mich einfach traurig, dass extrem viele, vor allem junge Leute auf diese Betrügereien (und nichts anderes ist das) hereinfallen, sich so finanziell ins Abseits stellen und dann natürlich nichts mehr mit dem Kapitalmarkt zu tun haben wollen.

Der Artikel, welcher mich zum Schreiben dieser Zeilen bewegt hat. Quelle: derstandard

Der sicherste Weg in die Armut, ist der Versuch schnell reich zu werden! So oder so ähnlich beschreibt das Andre Kostolany und meistens tritt das dann auch genauso ein. Klar hört man immer wieder von Lottogewinnern, Krypto-Millionären und ähnlichen Glückspilzen, welche tagtäglich die entsprechenden Kanäle in den sozialen Medien füllen. Es entsteht der Eindruck, dass es kinderleicht ist, auch selbst so etwas zu erreichen. Aber im Prinzip ist es genau das gleiche wie mit den Schönheitsköniginnen im Internet, die dank Filter und Photoshop richtig sexy aussehen, aber wehe man sieht sie in „real life“ und ohne einer fetten Schicht Make-up. Hinter die Fassade kann man eben nicht blicken und somit ist der Auftritt in den sozialen Medien oft nicht einmal die halbe Wahrheit.

Blick vom Hochlecken auf den Attersee. Juni 2023

Zurück zu den Finanzthemen: Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Leute folgendes Gedankenspiel durch den Kopf gehen lassen:

Da ist Person A: Ein schwerreicher Teenager, der irgendwann mal Glück gehabt hat mit seinen Kryptos, Aktien, Trades etc.

Nun betrachten wir Person B: Einen stinknormalen Teenager, der bei seinen Trades ziemlich viel Geld in den Sand gesetzt hat.

Und am Schluss Person C: Ebenfalls ein durchschnittlicher Teenager, der sein hart verdientes Geld einfach auf dem Girokonto lässt und das Leben genießt.

Und jetzt sollten wir uns die Frage stellen: Wer wird wohl in der Überzahl sein?

Ich hoffe, die Antwort kannst du dir selbst geben.

Und nun spinnen wir die Geschichte weiter:

Person A gründet einen Instagram-Kanal und protzt mit fetten Karren und einer Rolex am Handgelenk: Pures Glück wird als ein todsicheres System angepriesen, in ein hübsches Event verpackt und diese Methodik dann für einen gesalzenen Preis an Follower verkauft, die auf den schnellen Reichtum hoffen. So ähnlich wie die im Standard-Artikel beschriebene Praxis.

Person B ist frustriert und will nie wieder etwas mit Wertpapieren zu tun haben.

Person C stößt auf den Instagram-Kanal und zeiht sich die Beiträge und Reels von Person A rein. Er beschließt seinen Job zu kündigen und mit der todsicheren Methode von Person A sein Glück als Trader zu versuchen.

In ziemlich vielen Fällen wird Person C so wie Person B enden. In ganz wilden Fällen werden sogar Existenzen zerstört. Nur mit extrem viel Glück, was natürlich von Person A abgestritten wird, ist schneller Reichtum möglich. Und so wenden sich immer mehr Leute, dank solcher Clowns, frustriert von den Kapitalmärkten ab. Da hört man dann immer wieder: Das ist sowieso nur ein Casino! Ja, das stimmt, wenn man versucht schnell reich zu werden.

Mit KI erzeugtes Bild zu „Money Mindset“

Da bei uns in Österreich immer noch „Über Geld spricht man nicht!“ verbreitet ist, sind die Jugendlichen, aufgrund mangelnder finanzieller Bildung sehr empfänglich für solche Abzocker-Events. Gerade in Zeiten der sozialen Medien verbreiten sich solche Veranstaltungen rasend schnell. Die Veranstalter stecken sich die Taschen voll, noch bevor die Exekutive solche Praktiken abstellen kann. Hier sind wir alle gefordert, dass wir mit Hausverstand durch die sozialen Medien scrollen und immer zweimal nachdenken, bevor wir für irgendetwas bezahlen und erst recht, wenn der schnelle Reichtum versprochen wird.

Am besten ist natürlich eine realistische Erwartungshaltung. Auch wenn mein Portfolio eher unspektakulär aussieht, erfüllt es doch wesentliche Punkte, die für einen Investor mit Hausverstand essenziell sind:

  • Langfristig kann man eine solide Rendite erwarten, die sich wahrscheinlich irgendwo zwischen 4 % und 8 % pro Jahr bewegen wird.
  • Geringe Kosten
  • Keine dauernde Beschäftigung mit den Märkten, Finanzkennzahlen, etc nötig.

Genau dieser letzte Punkt wird häufig von irgendwelchen Money Mindset Aposteln als unbedingt notwendig angepriesen und natürlich in einer hübschen Verpackung mit einem fetten Preisschild dem ahnungslosen, renditehungrigen Anleger verkauft. Ich habe keinen Dunst, wie ich Finanzkennzahlen analysiere, sondern vertraue einfach auf den breiten Markt und die Innovationskraft von uns Menschen, die uns von Jägern und Sammlern zu Menschen gemacht hat, wie du und ich.

Haftungsausschluss: Long Run Value betreibt keinerlei Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung und spricht keine Handlungsempfehlungen aus. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

2 Gedanken zu “Die Money Mindset Aposteln

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